Die Reise der Ratten

Ein Oldenburger Kriminalfall aus dem 17. Jahrhundert

 

 

Mein (in Enstehung befindlicher) Borloh-Roman spielt im 17. Jahrhundert in einem Dorf in der Nähe Oldenburgs. Er ist ein Kriminalroman, jedenfalls gibt es einen Mordfall (vielleicht auch noch mehr; mal sehen), der aufgeklärt wird, vermutlich von einer Art Detektiv.

Das ist aber nicht das, was mich bei diesem Projekt wirklich interessiert! Der Kriminalfall ist mir völlig schnuppe (ich habe mir einen x-beliebigen aus einem Buch mit realen historischen Fällen gesucht, der halbwegs passte), er ist nur Mittel zum Zweck, der Aufhänger - und wahrscheinlich das einzige, was den Käufer später zum Kauf bewegt. Egal. Mich interessieren "nur" diese Punkte:

 

  • Welche Art der schreibenden Produktion liegt mir eigentlich? Ich habe zwar schon zwei Bücher draußen und Diverses geschrieben - aber es war immer, immer ein Krampf, der ewig dauerte. Grund: Ich versuchte immer, sofort, also bereits bei der Vorschrift, die besten Sätze zu finden und einen Gedanken, eine Beschreibung komplett und für mich zufriedenstellend abzuhandeln. Das führte dazu, dass ich immer dachte, ich hätte was vergessen; außerdem dauerte es sehr, sehr lange. Dazu habe ich keine Lust mehr. Ich will was anderes ausprobieren, nämlich die Arbeitsweise "schluren & feilen". Story runterschreiben, wie ich sie mir denke, dann ergänzen und an den Sätzen herumfummeln. Ich hoffe, das mich diese Weise mehr motiviert. Kurz: Borloh ist eine Art Selbstfindung.
  • Kann ich erzählen? In dem Roman wird alles an Erzähltechnik aufgefahren, was ich so aus meinem Germanistik-Studium und mehreren Schreibbüchern her kenne: Rückblenden, Cliffhanger, Collagen, wörtliche und indirekte Reden, Beschreibungen, Perspektivwechsel, Zeitsprünge - weiß der Kuckuck, was noch alles. Ich will alles mal testen. Wer will, nennt das am Ende "postmodern".
  • Wer lebte in Borloh? Seltsame Frage, aber die Antwort interessiert mich wirklich! Zwar habe ich Borloh und die Bewohner dort selbst erfunden, allerdings dies nur zum Teil. Es war bei mir schon immer so, dass vor allem die Personen irgendwann ein Eigenleben entwickelten - und was aus denen nach mener "Geburtshilfe" so wird, finde ich äußerst spannend. Die reden plötzlich Sätze in meine Tastatur, die mich selbst überraschen. Krasse Sache!

 

Sö, das ist in etwa, was mich beim Borloh-Roman antreibt. Bis jetzt läuft es ordentlich: "schluren & feilen" funtioniert ganz gut - im Moment (aber ich habe auch Urlaub) schreiben sich die Seiten praktisch von selbst. Das Spiel mit den Techniken macht Spaß - witzige Erfahrung dabei: Auch die Techniken entwickeln ein Eigenleben, denn die meisten drängen sich geradezu auf. Und die Typen, die damals in Borloh lebten? Werden mit jeder Seite deutlicher und charakteristischer. Bis jetzt sind drei dabei, die man, glaube ich, nicht so schnell vergisst - und das wäre für mich ein großer Erfolg!

 

Jetzt noch ein paar "Waschergebnisse". Ich musste für eine Szene unbedingt wissen, wie ein toter Mensch nach ein paar Wochen im Grab aussieht; zwar habe ich das schon bei "Phase eins" beschrieben, aber ich war nicht zufrieden. Was also tun? Nachts rausgehen und jemand ausbuddeln, fand ich - unschön. Da erinnerte mich an eine Internetseite aus früheren Zeiten, die ich mir zum Einschlafen gerne mal anguckte: www.rotten.com. Und siehe, ich wurde fündig:  

 

 

 

 

Das ist doch ein hübscher Toter, oder? Ich weiß zwar nicht, wie lange der Vogel da schon herumfault, macht aber nichts. In meinem Roman nehme ich dieses Bild als Vorlage, allerdings mache in den Typen etwas - nasser ;-) Und stinken muss er auch noch... 

 

Ich musste wissen, wie Ratten ES machen. Bei youtube wurde ich fündig (Bild anklicken):

 

 

Aha: schnüffeln - rein - raus - fertig! Merk' ich mir...  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 





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