Phase eins

Über die Untat vom Oldenburger Gertrudenfriedhof

 

 

Es gibt wirklich finstere Typen, meine Herren! Einer aus diesem Orden der Oberpsychos ist ohne Zweifel Belenus Leubh, der Hauptdarsteller des Romans „Phase eins“ von Thomas Schmacker. Als dieser eines Morgens aufwacht, findet es neben sich die grotesk verbogene Leiche seiner Freundin Marja. Kaum in der Lage, einen klaren Gedanken zu fassen (was einem in einer derartigen Situation ja durchaus mal passieren kann!), klingelt’s auch schon an seiner Wohnungstür und zwei nicht minder irre Bestatter kommen, um „das Ding“ abzuholen.  

 

Wieder allein, macht Leubh sich flugs an der Bettwäsche zu schaffen – hat er dort doch Marjas „Restwärme“ gespürt und will diese nun für alle Zeit konservieren. Dabei wird er angepeitscht von der Angst, „dass die Kälte sie holt“. Und als wäre dies allein nicht schon skurril genug, schippt der Wahnsinn in der Folge munter nach, bis Leubh nur noch einen allerletzten Ausweg sieh: Er muss unbedingt zum Gertrudenfriedhof! Doch was dort geschieht, nun, darüber schweigen wir mal lieber stille.


PS: Wir haben nachgesehen, was „Leubh“ bedeutet – es ist die indogermanische Wurzel von „begehren“, „lieben“, von der auch das Wort „Glaube“ (im Sinne von „für wahr halten“) abstammt. 

 



  

 

Phase eins – Über die Untat vom Oldenburger Gertrudenfriedhof

Isensee Verlag, Oldenburg, 2005, 100 Seiten , brosch., 9,80 €


 

 

 

 

 

 

 

 



 

Stimmen:

„Ein höchst ungewöhnlicher Roman, der […] die üblichen Krimi-Pfade verlässt“
Nordwest-Zeitung

„Ein intensives Erleben des eigentlich Unmöglichen und doch so schrecklich Bekannten“
City News, Oldenburg/Ammerland

„Morbid und schaurig… Genau das Richtige für Nachtschattengewächse, vor allem für uns Oldenburger! […] Es ist super spannend und absolut nichts für schwache Nerven!“
schwarzes-oldenburg.net

„Schaurig schön“
amazon.de

„Ein spannender, sprachlich überzeugender Oldenburg-Krimi mit Elementen des Schauerromans.“
Oldenburg-mal-anders.de

„Eine schlüssige psychologische Analyse eines an seiner Liebe scheiternden Mannes“ 
schwarzes-oldenburg.net

„verschlüsselt, aber sehr ansprechend“ 
Kurzgeschichten.de 

 




Schauplätze & Quellen  

 

Gruft auf dem Gertrudenkirchhof in Oldenburg

"Ein kurzer Patt führte zu einer niedrigen hölzernen Tür mit einem glaslosen Fenster; den Türrahmen hatte man dereinst mit einem stuckgeschwollenen Rundbogen verziert, in den ein steinerner Eichenkranz gemeißelt war."  (Seite 57) 

 

 

 

 

 

 

 

Heirate mich                              anhören

Man sieht ihn um die Kirche schleichen
seit einem Jahr ist er allein
Die Trauer nahm ihm alle Sinne
schläft jede Nacht bei ihrem Stein

Dort bei den Glocken schläft ein Stein
und ich alleine kann ihn lesen
und auf dem Zaun der rote Hahn
ist seiner Zeit dein Herz gewesen

Die Furcht auf diesen Zaun gespießt
geh ich nun graben jede Nacht
zu sehen was noch übrig ist
von dem Gesicht das mir gelacht

Dort bei den Glocken verbring ich die Nacht
dort zwischen Schnecken ein einsames Tier
tagsüber lauf ich der Nacht hinterher
zum zweitenmal entkommst du mir

Mit meinen Handen grab ich tief
zu finden was ich so vermisst
und als der Mond im schönsten Kleid
hab deinen kalten Mund geküsst

Ich nehm dich zärtlich in den Arm
doch deine Haut reißt wie Papier
und Teile fallen von dir ab
zum zweitenmal entkommst du mir

So nehm ich was noch übrig ist
die Nacht ist heiß und wir sind nackt
zum Fluch der Hahn den Morgen grüßt
ich hab den Kopf ihm abgehackt

Rammstein                       anhören  

 

 

 

 

Hauptbahnhof Oldenburg

"Erst unmittelbat vor dem Bahnhofsvorplatz überkam ihn ein ungutes Gefühl. Schon von Ferne nahm er, trotz des frühen Sonntagmorgens, reges Treiben wahr. Zahlreiche Personen eilten hin und her, stiegen in Taxis ein, liefen schnellen Schrittes zum Haupteingang. Manche lungerten müde bei den Bänken und blickten aus trüben Augen." (Seite 76)  

 

 

 

 

 

"... deckte Belenus sorgfältig den Tisch. Er stellte Kerzen auf, legte Servietten zurecht. Das alles für zwei Personen..." (Seite 95) 

Textauszug aus: Stern, Nr. 31, 24.7.2003  

 

 

 

 

So bist du

 

Und wenn ich geh, dann geht nur ein Teil von mir
und gehst Du, bleibt Deine Wärme hier
Und wenn ich schlaf, dann schläft nur ein Teil von mir
und der andere träumt mit Dir

Peter Maffay, So bist du                                              Song anhören (inkl. Video)  

 

 

 

 

Das Leubh-Haus in Oldenburg

"Dann stand er vor jener uralten, verkommenen Stadtvilla unweit des Wasserturms. Sie war unbewohnt, und eine unheimliche Aura ging von ihr aus. Über die Zeit war der einsame und wuchtige graue Klotz vom dauernden Beben der nebenliegenden Bahnstrecke und der Asphaltstraße davor mürbe gemacht worden." (Seite 52) 

 

Wo Leubh hauste...


1  

   

 

"Emotionales Chaos solle dem Text zufolge ausbrechen, wenn ein Nahestehender stürbe. Dies sei gleichsam Phase eins." (Seite 8) 

 

 

 

 

 

 

 

 





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